News > Große Nachfrage: Psychologische Beratungen an Unis ständig ausgebaut

am 4.1.2022
Wien (OTS) - Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden die psychosozialen Beratungsangebote an den österreichischen Universitäten massiv ausgebaut. Die Nachfrage ist bis heute ungebrochen groß. „Die vergangenen zwei Jahre haben uns allen enorm viel abverlangt. Ich habe großes Verständnis dafür, dass viele Studierende unter fehlenden Sozialkontakten, Planungsunsicherheiten und finanziellen Schwierigkeiten leiden. Dementsprechend haben wir die kostenlosen und niederschwelligen Beratungsangebote an den Universitäten kontinuierlich aufgestockt, um dem großen Andrang nachzukommen“, wie Sabine Seidler, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko), betont.

Die zahlreichen Angebote an den Universitäten, die vielerorts zusammen mit der ÖH oder dem Wissenschaftsministerium organisiert und teilweise auch finanziert werden, reichen von Online-Beratungen via Anruf, Videocall oder Chat über persönliche Gespräche mit Psycholog:innen bzw. Psychotherapeut:innen vor Ort bis hin zu finanziellen Unterstützungsangeboten für externe Beratungen. Die Psychologische Studienberatung betreibt Standorte in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien. Aufzeichnungen zeigen, dass das Angebot besonders zu Semesterbeginn und in prüfungsintensiven Monaten vermehrt in Anspruch genommen wird.

An der TU Graz beispielsweise können Studierende vier kostenlose Beratungseinheiten à 40 Minuten im Student Helpchat in Anspruch nehmen. Zwischen Oktober 2020 und Oktober 2021 wurden 242 Online-Beratungen durchgeführt, vor Ort waren es 225 Einheiten. Die Kosten übernahm jeweils die TU Graz. Ein ähnliches Angebot gibt es an der BOKU – hier werden drei kostenlose Gesprächseinheiten mit einem externen Beratungsteam angeboten und stark nachgefragt.

Auch von der Psychologischen Studierendenberatung Linz, die an der Johannes Kepler Universität Linz angesiedelt ist, heißt es: „Die Nachfrage ist sehr groß, seit dem neuerlichen Lockdown enorm, sodass wir trotz einer 40 % Personalaufstockung im Frühsommer durch Minister Faßmann bald wieder an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt sind.“

Auch an der TU Wien ist die Nachfrage nach psychosozialer Beratung – nach einem kurzen Rückgang in den Sommermonaten – „weiterhin stark und stabil“. Anfang Dezember waren es bereits mehr als 300 Einzelgespräche. Besonders viele Anfragen gibt es immer nach der alljährlichen Podiumsdiskussion "Ängste, Sorgen, Stress und Druck – Studieren mit psychischen Problemen an der TU“, welche 2019 zum ersten Mal abgehalten wurde. Dabei werden psychische Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene besprochen. Alle TUW-Studierenden können insgesamt drei kostenlose Beratungseinheiten in Anspruch nehmen.

Das Student Counselling Programm der WU bietet breitgefächerte (psychologische) Beratungen für Studierende, „um deren Kompetenzen zum erfolgreichen Abschluss des Studiums zu stärken und Stressfaktoren oder andere Herausforderungen im Studienumfeld zu meistern“, wie es auf der Website heißt. Während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage auch hier stark gestiegen. Seit dem Programmstart im Jahr 2019 erhöhte sich die Anzahl der Beratungen von 64 auf 420 im vergangenen Studienjahr.

An zahlreichen Universitäten gibt es zudem Präventionsangebote und Workshops zu den Themen Mental Health, Stressmanagement, Resilienz, Prüfungsangst und Prokrastination.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Marion Gollner
Österreichische Universitätenkonferenz
+43 (0)1 310 56 56 - 24
marion.gollner@uniko.ac.at
www.uniko.ac.at

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Quelle: OTS0036, 30. Dez. 2021, 10:58


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