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Welche Klient*innen sind bei Ihnen in der Psychotherapie besonders gut aufgehoben? An sich alle möglichen, aus der psychosozialen Beratungsstelle bin ich es gewohnt, mich in viele verschiedene Menschen hineinzuversetzen. Aber vielleicht speziell Menschen mit ungewöhnlichen Lebensgeschichten? Auslandserfahrungen (ob in Österreich oder woanders), Ausgrenzungserfahrungen, das Gefühl anders zu sein, das Gefühl nicht gut genug zu sein, soziale Ängste (übrigens, Terminvereinbarung geht bei mir auch per SMS oder e-mail, falls jemand nicht gern telefoniert...) |
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Welche Klient*innen sollten eher NICHT zu Ihnen in Psychotherapie kommen? Wenn ich das im Bekanntenkreis gefragt werde: in der ersten Stunde sollte man sich in der Therapie wohlfühlen, nach spätestens drei Stunden sollte man das Gefühl haben, weiterzukommen. Aber konkreter: ich werde mit offenen Karten spielen und in Bereichen, in denen ich wenig Erfahrung( z.B. Süchte, Essstörungen) habe, dies auch im Vorfeld/ in der Kontaktanbahung kundtun. |
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Wie kamen Sie zur Psychotherapie? Sehr früh.. noch in der Schule wollte ich Psychologe werden - Neugierde oder, ums positiver zu formulieren, Interesse bzw. Faszination an der Psyche der Menschen waren mein wichtigster Grund dafür. Zunächst ohne viele Überlegungen, was ich damit machen könnte (damals galt man mit meinem Berufswunsch noch als Kandidat für eine sichere ewige Arbeitslosigkeit). Im Studium lernte ich noch im ersten Semester das Berufsfeld Psychotherapie kennen, ein Interesse, das mich nie wieder verließ.. |
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Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen? Faszination, wie unser Geist funktioniert (daher bin ich auch immer wieder von neuen Erkenntnissen der psychologischen Wissenschaft fasziniert), und Interesse an den Geschichten und Leben meiner Klient:innen - und das tatsächlich noch immer... |
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Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert? Am wichtigsten ist - meiner Meinung und Erfahrung nach - ein ehrliches Interesse am anderen - und nachdem das ja nicht immer selbstverständlich ist - die Fähigkeit, immer auf der Suche danach zu sein - nach den gesunden Anteilen, nach Schätzen, nach Dingen, die unsere gemeinsame Arbeit schöner und hoffnungsvoller machen. (Empathie, Kongruenz, Akzeptanz, ohne die´s nicht geht, sind dann viel leichter möglich). |
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Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?
Einerseits: das Interkulturelle wurde mir in die Wiege gelegt, da ich selbst zweisprachig aufgewachsen bin, einige Zeit im Ausland verbracht habe (und dabei die eine oder andere Fremdsprache lernte), und wir schon immer alle praktisch alle ausländischen Besucher:innen in unserer Kleinstadt auf Besuch hatten. Die anderen Schwerpunkte ergaben sich aus meiner Arbeit in einem Beratungszentrum am Lande (wo man im Lauf der Zeit sehr viele verschiedene Themen kennenlernt) aber auch aus persönlichen Erfahrungen mit dem einen oder anderen Thema (im Umfeld natürlich :-) ). |
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Arbeiten Sie auch mit Berufskolleg*innen oder mit Expert*innen aus anderen Berufsgruppen zusammen? Ja, immer. In der Beratungsstelle, in der ich sonst beschäftigt bin, arbeiten wir sehr stark zusammen, u.a. mit Sozialarbeiter:innen, und Ärzt:innen. Ich habe aber auch im Laufe der Jahre sehr viel von z.B. Ergotherapeutinnen, Lehrer:innen und Kindergartenpädagog:innen gelernt. |
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Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)? Gruppentherapie (in der Privatpraxis noch in Planung); Selbstfürsorge über Metaphern (ebenfalls dzt. nur im Beratungszentrum). |
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Was bedeutet für Sie Glück? Ausschlafen, so lange ich will, und dann in der Sonne fühstücken. Eine Mehrseillänge-Klettertour bei schönem Wetter. Danach in einen See springen. Im Sonnenuntergang ins Meer schwimmen, während der Muezzin singt. Den Kindern abends vorlesen. Selbst Zeit zum Lesen zu haben (am besten in einer Hängematte am Meer). Lagerfeuer. .... ... aber auch das Gefühl zu haben, sinnvolle Dinge zu tun (d.h. einigeTherapiestunden würde ich hier auch aufzählen) |
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Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern? Meine Kinder haben mich das tatsächlich heute gefragt: 1. Gesundheit für mich und die Menschen um mich... 2. ein sinnvolles Leben (plus das Gefühl, eben dieses zu leben..) 3. wenn das mit den unendlichen Wünschen nicht geht, dann richtig zaubern zu können (das fanden meine Kinder dann interessanter als die ersten zwei....) |

