Literatur > Die Begegnung mit dem Augenblick. Jakob Levy Morenos Theater- und Therapiekonzept im Lichte der jüdischen Tradition


Die Begegnung mit dem Augenblick. Jakob Levy Morenos Theater- und Therapiekonzept im Lichte der jüdischen Tradition
von Lisa Tomaschek-Habrina
Broschiert
Ausgabe: 1., Aufl.
Verlag: Tectum-Verlag
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN: 382888752X
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Jakob Levy Moreno, ein Urvater der humanistischen Psychotherapie, Begründer des Psychodramas, Mitbegründer der Gruppenpsychotherapie und Gründer des Wiener Stegreiftheaters in der Mayserdergasse, entwickelte v.a. in seiner Wiener Zeit zwischen 1895 und 1925 bedeutende Grundlagen für sein späteres therapeutisches Lebenswerk. In diesem Buch werden seine jüdischen Wurzeln aus der mystischen Tradition der Kabbala und der sephardisch-chassidischen Überlieferung anhand seiner religiös instpirierten, expressionistischen Frühschriften in Bezug zu seinem Theater- und Therapiekonzept gestellt und erläutert.

Man muss Morenos Werk als "Projekt" ansehen, in dem religiöse Überzeugungen von einem kreativen Universum, therapeutische Ansprüche auf eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte, theatralische Vorstellungen von der Welt als Stegreifbühne und soziologische Hoffnungen auf eine solidarische kooperativ vernetzte Welt miteinander verflochten sind.
Dieses "Projekt" wurde vor allem aus Morenos jüdischen Wurzeln gespeist, die unter anderem aus der sephardisch-chassidischen Tradition stammen.

Lisa Tomaschek-Habrina ist in diesem Buch gelungen die Ursprünge Morenos noch einmal neu zu bewerten und in Relation zu seiner Theater- und Therapiearbeit zu stellen.
Das große Kapitel "Morenos jüdische Wurzel" gibt nicht nur Auskunft über Morenos biographische Stationen sondern beschreibt das jüdische Wien des Fin de Siècle mit seinen geistigen Strömungen und kulturellen Aspekten. Also auch für kultur- und soziohistorisch Interessierte eine Fundgrube.

Morenos Basiskonzepte der Begegnung, Handlung, Kreativität und Spontaneität, Verantwortung, die Idee der Gruppe und sein Gottesbild werden interpretiert in Auseinandersetzung der jüdischen Tradition, in Auseinandersetzung mit Morenos Theater- und schlußendlich mit seinem Therapiekonzept. Die Grundtheoreme bilden sozusagen eine Matrix dieses Buches.

Tomaschek-Habrina beschreibt Morenos Arbeit als ein Bemühen, empirische Wissenschaft und gelebte religiöse Erfahrung zu verbinden. Der Hinweis auf seine axiologischen Fundamente ist hier einmal auf sehr fundierte wie verständliche weise erfasst und erläutert worden.
Ein Buch für Fachleute, Psychodrama- und Theaterinteressierte und soziohistorische Wienliebhaber des Fin de Siécle.
Dr. Lisa Tomaschek-Habrina, MSc








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