Punkt 2 beschäftigt sich mit der Begriffsbestimmung von Supervision und geht zunächst auf die lateinische Wurzel des Wortes und dann auf den Bedeutungswandel in den letzten Jahren ein. In Punkt 2.2 werden die unterschiedlichen Formen von Supervision, wie Ausbildungssupervision, Einzel- und Gruppensupervision sowie Fall- und Teamsupervision definiert.

Unter Punkt 3 wird psychotherapeutische Supervision einerseits von Supervision im Rahmen anderer Berufstätigkeiten abgegrenzt (Punkt 3.1) und andererseits auf die Unterschiede zu Intervision und psychotherapeutischer Behandlung eingegangen (Punkt 3.2). Auf die Ziele psychotherapeutischer Supervision wird dabei sehr ausführlich eingegangen. Diese umfassen unter anderem: die beglei­ten­de psychotherapeutisch-diagnostische Abklärung, die Reflexion des psychotherapeutischen Prozesses, die differenzierte Gestaltung des psychotherapeutischen Prozesses, die Wahrnehmung von Übertragung und Gegenübertragung im therapeutischen Prozess, die Beziehungsgestaltung zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn, die Erarbeitung neuer Sichtweisen und Handlungs­möglichkeiten, den Einsatz fachspezifischer Methoden und Techniken, das Erkennen sogenannter blinder Flecken, die Qualitätskontrolle, die Reflexion des Behandlungsvertrages und die Förderung der diagnostischen Kompetenz der SupervisandInnen.

Unter Punkt 4 werden die Kriterien für Supervision definiert. In Punkt 4.1 wird auf die Praktikums­supervision im Rahmen des Propädeutikums eingegangen, die 20 Stunden umfassen muss und von eingetragenen PsychotherapeutInnen geleistet werden kann. Punkt 4.2 geht auf die Supervision im Rahmen des Fachspezifikums ein, wobei zwischen Praktikumssupervision (30 Stunden) und begleitender Supervision im Rahmen selbständiger psychotherapeutischer Tätigkeit im Status (120 Stunden) unterschieden wird. Verwiesen wird etwa auf die LehrtherapeutInnen-Richtlinie hinsichtlich der Qualifikation der SupervisorInnen, aber auch auf den Umgang mit AusbildungskandidatInnen, die in der Supervision mangelhafte Qualifikation für den PsychotherapeutInnen-Beruf erkennen lassen. Punkt 4.3 geht auf berufsbegleitende Supervision ein, die eine Möglichkeit der Fortbildung darstellt, aber auch der Qualitätssicherung und Psychohygiene (z.B.: Burnout-Prävention) dient. Punkt 4.4 geht auf die Aufgaben von SupervisorInnen und SupervisandInnen ein. Unter 4.5 wird auf die Aufgaben von PsychotherapeutInnen in Ausbildung unter Supervision eingegangen. Hervorgehoben wird, dass möglichst alle von ihnen betreuten PatientInnen zu reflektieren sind. Punkt 4.6 geht auf die Aufgaben der Ausbildungseinrichtungen ein, die Kriterien erstellen sollen, ab wann jemand zur selbständigen Arbeit mit PatientInnen zugelassen werden darf und ab wann jemand als in die Psychotherapeu­tInnen­liste eintragungsfähig erachtet werden kann.

Punkt 5 geht auf Supervision in Institutionen ein und grenzt sie klar von Teambesprechungen ab.

Punkt 6 beschäftigt sich mit empirischen Evidenzen der qualitätssichernden und psychohygienischen Wirkung von Supervision. So hat sich etwa eine Steigerung der Selbstwirksamkeit sowie die Bewäl­tigung von Ängsten im therapeutischen Handeln durch Supervision nachweisen lassen. Teilweise konnte auch eine höhere Berufsmotivation durch die Inanspruchnahme von Supervision gezeigt werden.

Unter Punkt 7 wird bei etwaigen Schäden im Rahmen der Supervision auf die entsprechenden Regelungen im Zivil- und Strafrecht verwiesen.

Originaltext unter: www.sozialministerium.at (PDF-Datei)

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