Psychotherapie-Methoden

In Österreich sind derzeit 22 psychotherapeutische Methoden gesetzlich anerkannt:

  1. Tiefenpsychologischpsychodynamische Orientierung
    Psychoanalytische Methoden:
    Analytische Psychologie (AP)
    Gruppenpsychoanalyse (GP)
    Individualpsychologie (IP)
    Psychoanalyse (PA)
    Tiefenpsychologisch fundierte Methoden:
    Autogene Psychotherapie (AT)
    Daseinsanalyse (DA)
    Dynamische Gruppenpsychotherapie (DG)
    Hypnosepsychotherapie (HY)
    Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP)
    Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)
    Transaktionsanalytische Psychotherapie (TA)
  2. Humanistisch‐existenzielle Orientierung
    Existenzanalyse (E)
    Existenzanalyse und Logotherapie (EL)
    Gestalttheoretische Psychotherapie (GTP)
    Integrative Gestalttherapie (IG)
    Integrative Therapie (IT)
    Klientenzentrierte Psychotherapie (KP)
    Personenzentrierte Psychotherapie (PP)
    Psychodrama (PD)
  3. Systemische Orientierung
    Systemische Familientherapie (SF)
  4. Verhaltenstherapeutische Orientierung
    Verhaltenstherapie (VT)

All diese Methoden wurden vom Psychotherapiebeirat im Gesundheitsministerium unter anderem auf ihre wissenschaftliche Fundierung hin überprüft. Die je spezifischen Behandlungsschritte sind Teil eines umfassenden, theoretisch begründeten und wissenschaftlich untermauerten Theoriegebäudes.

Seit 2007 ist auch die Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt) in Österreich gesetzlich anerkannt.
Sie ist eine systemisch-imaginative Psychotherapie-Methode mit integrativ-kognitivem Ansatz.
Derzeit (Stand 1.11.2010) ist sind jedoch noch keine in dieser Methode ausgebildete PsychotherapeutInnen in der offiziellen PsychotherapeutInnen-Liste des Bundesministeriums eingetragen.


Der Unterschied zwischen den Methoden liegt im Wesentlichen darin, welches Verständnis von der Persönlichkeitsstruktur des Menschen und von der Entstehung psychischer Störungen der jeweiligen Methode zugrunde liegt und welche Verfahren daher für die Heilung und Linderung von seelischen Problemen angewendet werden. Bei einigen psychotherapeutischen Methoden steht das Gespräch im Vordergrund, andere bieten zusätzlich Übungen oder die Arbeit mit kreativen Mitteln (z. B. Malen) an, mit denen der Zugang zum eigenen Erleben und inneren Konflikten unterstützt werden soll. Zum Teil unterscheiden sich auch die Arbeitsformen, z. B. in Bezug auf die Häufigkeit von Sitzungen und in der Dauer der Psychotherapie.
Kaum Unterschiede bestehen darin, welche seelischen Leidenszustände und Verhaltensstörungen behandelt werden, da sich die psychotherapeutischen Methoden in der Regel für die meisten oder sogar für alle psychischen Störungen heranziehen lassen. Zudem wendet eine Reihe von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mehr als eine psychotherapeutische Methode an bzw. integriert Erfahrungen mit anderen methodischen Richtungen in ihre Arbeit.

Wichtig für die Auswahl einer Methode sind Ihre grundsätzliche Bereitschaft, auf diese Weise zu arbeiten – z.B. im Sitzen oder Liegen, unterstützt durch Übungen usw. – und auch Ihr Therapieziel. Ebenso wesentlich wie die psychotherapeutische Methode ist die Person der Psychotherapeutin bzw. des Psychotherapeuten, da die psychotherapeutische Beziehung eine der wichtigsten Bedingungen in der Psychotherapie ist. Sie sollten die Psychotherapie daher bei einer Person durchführen, die Ihnen sympathisch ist und zu der Sie Vertrauen haben können.


Verteilung der Psychotherapie-Methoden

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Analytische Psychologie (AP)

In der Analytischen Psychologie werden Sie in Kontakt mit Ihrer Tiefenschicht – dem so genannten kollektiven Unbewussten – gebracht, um jene Blockierungen zu lösen, die Ihre Lebensenergien hemmen. Ihr Dialog mit Ihrem Unbewussten ereignet sich über Ihre inneren Bilder und kann Ihre Träume und Phantasien, Symbole oder Märchen einschließen. Ziele sind, sich unbewusster Tendenzen oder einer unbefriedigenden Lebenssituation bewusst zu werden sowie die persönliche Entfaltung. Wichtig dabei ist, dass Einsicht und Verstehen von Ihrem emotionalen Erleben begleitet sind. Üblicherweise sitzen Sie der Analytikerin bzw. dem Analytiker gegenüber, Sie können aber auch auf der Couch liegen.


Die Analytische Psychologie basiert auf dem Werk des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung (1875–1961) und erfährt eine kontinuierliche Anwendung und Weiterentwicklung.
Die Psyche wird mit C. G. Jung als eine dynamische Mischung aus teils bewussten, teils unbewussten gesunden und krankhaften Komplexen gesehen, die in der Vergangenheit entstanden sind, sich immer wieder neu formieren und in denen unsere Erfahrungen, Vorstellungen, Ideen und Gefühle miteinander wirken. In der therapeutischen Arbeit werden Komplexe und Konflikte, die das psychische oder psychosomatische Leiden hervorbringen, aufgesucht, gefunden, miteinander ertragen und bearbeitet, aber auch Begabungen und Entfaltungsmöglichkeiten gefördert. An die Stelle von Beschränkung im Erleben, Denken und Handeln tritt dadurch oft die Vielfalt des Lebendigen und die Freiheit, aus mehr Möglichkeiten wählen zu können. Auf dem Individuationsweg der seelischen Entfaltung und des persönlichen Wachstums wird man „Die oder Der man sein kann“.
TherapeutInnen in Analytischer Psychologie verstehen sich als VermittlerInnen zu den Heilungskräften des Unbewussten und bieten dafür einen schützenden Raum, in dem PatientInnen Halt finden und Neues erproben können. Besonderes Augenmerk gilt dabei Träumen und anderen symbolhaften Gestaltungen aus dem Unbewussten. Im bewusstmachenden sowie kreativen Umgang mit diesen Prozessen soll die integrierende Kraft der Psyche zugunsten erweiterter und verbindlicher Lebens‐ und Beziehungsfähigkeit zum Tragen kommen.
Die Methode ist für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters geeignet und findet meist im Gegenübersitzen statt. Die erforderlichen Zeiträume variieren je nach Problematik von Kurz‐ bis zu Langzeittherapien. Die Stundenfrequenz liegt in der Regel bei einer oder zwei Sitzungen pro Woche, wenn nötig höher. Manche Analytikerinnen bzw. Analytiker bieten auch entsprechend angepasste Therapien für Kinder an.
Quellen:
Österreichische Gesellschaft für Analytische Psychologie
Salzburger Gesellschaft für Tiefenpsychologie – C.G. Jung‐Institut

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Autogene Psychotherapie (AT)

In der Autogenen Psychotherapie geht es um die Förderung Ihrer inneren Entwicklung durch die Stärkung Ihrer körperlichen und seelischen Selbstheilungskräfte. In der Grundstufe, dem Autogenen Training im landläufigen Sinne, erlernen Sie Übungen zur körperlichen und seelischen Entspannung. Die Beherrschung der Grundstufe ist Voraussetzung für die Oberstufe. In der Oberstufe, der eigentlichen Psychotherapie, steigen im Entspannungszustand Bilder aus Ihrem Unbewussten auf, die Sie anschließend mit der Psychotherapeutin oder dem Psychotherapeuten bearbeiten.


Ausgehend von der Suche nach dem individuell optimalen seelisch‐körperlichen Spannungsausgleich (Grundstufe), überleitend zu Problemkonfrontationen und prägnanten persönlichen Leitformeln und Leitbildern (Mittelstufe) bis hin zur Bearbeitung der in der Tiefenentspannung traumähnlich aufsteigenden Symbolinhalte (Oberstufe) zeigt sich die Autogene Psychotherapie (ATP) als ganzheitlich tiefenpsychologisch fundierte Methode, die die Äußerungen des Unbewussten durch Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten aufgreift. Durch das umfassende Menschenbild ist die Methode für alle seelischen Störungen geeignet.
In der Grundstufe wird durch eine spezielle Technik der Einstellung auf das eigene Körpererleben ein Ruhezustand erreicht, dieser wird in der Mittelstufe genützt, um gegenüber aufsteigenden problembesetzten Gedanken und Gefühlen Angstreduzierung zu erreichen. In der Oberstufe werden diese in Bildsymbolen aufsteigenden Gefühle analysiert und auf‐ bzw. durchgearbeitet.
In der Einzeltherapie finden ein bis zwei Sitzungen pro Woche statt, in der Gruppentherapie
eine Sitzung pro Woche, ergänzt durch eigenständige Übungen, bei denen im gezielt herbei geführten Ruhezustand die traumanalog aufsteigenden Symbole beobachtet und nachher für die assoziative Aufarbeitung registriert werden. Autogene Psychotherapie findet Anwendung bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen.
Quelle: Österreichische Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie (ÖGATAP), Autogene Psychotherapie

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Daseinsanalyse (DA)

Die Daseinsanalyse hilft Ihnen, den verborgenen Grund Ihrer ganz persönlichen seelischen Nöte zu erhellen. Sie zielt auf die bestmögliche
Offenheit für den Sinn Ihres Daseins und größere Freiheit in Bezug auf Ihre Lebensgestaltung ab. Im therapeutischen Gespräch wird das, was Sie beschäftigt und betrifft (spontane Einfälle, Gefühle, Träume, Beziehungsprobleme, Nöte und Schmerzen) vorbehaltlos ernst- und angenommen. Aus dem, was Sie von sich selbst mitteilen, werden krank-machende Anlässe, die sich in der Gegenwart als seelische und psycho-somatische Beschwerden äußern, sichtbar und gründlich aufgearbeitet. Wesensfremde, anerzogene Verhaltensweisen werden verlassen, die dem eigenen Wesen entsprechende gefunden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung.
 



Begründer der daseinsanalytischen Psychiatrie war Ludwig Binswanger (1881–1966).
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte der Psychiater Medard Boss (1903–1990) in Zürich eine Schule der DA, die in Zusammenarbeit mit Heidegger dessen phänomenologisches Denken in Neurosen‐, Psychosenlehre, Psychosomatik sowie in psychotherapeutischer Praxis erprobte.
Phänomenologie verlangt größtmöglichen Respekt vor der Selbstgegebenheit des
menschlichen Phänomens, seinem Dasein und dessen Existierens. Dasein meint Anwesen
(„da‐sein“) und Offen-sein-können für das Begegnende unserer Um‐ und Mitwelt.
Daseinsanalytische Psychotherapie versteht die seelischen Leiden als Erscheinung von Konflikten des Existierens. Das therapeutische Ziel ist optimales Sich-offen-halten‐Können für den jeweiligen Weltbereich, Ermöglichung freien Existierens durch Freilegung (Analyse) des Daseins und seiner Dynamik, in der es um Sein oder Nichtsein, Leben und Tod geht, aber auch um unser eigenes Selbstsein sowie das Sorgetragen für uns selbst, für andere (Mitsein) wie auch unsere Umwelt.
Medium daseinsanalytischer Psychotherapie ist das analytische Gespräch, das vertiefte Einsicht und Auseinandersetzung mit der eigenen Existenzweise, Ängsten, Wünschen und abgewehrten Bereichen ermöglichen soll. Technisch‐praktisch ist die DA eine daseinsgemäße Weiterentwicklung der Grundelemente klassischer Psychoanalyse (wie Setting, analytische Beziehung, Übertragung, Widerstand und vor allem Traumauslegung). Die Behandlung erfolgt im Liegen auf der Couch oder im Sitzen mit ein‐ oder mehrmaligen Sitzungen pro Woche als Einzel‐ sowie Paar‐, Familien‐ und Gruppentherapie für alle Altersstufen und umfasst Sterbebegleitung.
Quelle: Österreichisches Daseinsanalytisches Institut für Psychotherapie, Psychosomatik und
Grundlagenforschung (ÖDAI)

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Dynamische Gruppenpsychotherapie (DG)

Die Dynamische Gruppenpsychotherapie geht davon aus, dass Sie Fähigkeiten in sich tragen, die sich entwickeln wollen, und Fähigkeiten zur Verfügung haben, die andere für deren Entwicklung nutzen können. Durch den Austausch der Gruppenmitglieder und das Gruppenklima entsteht eine Dynamik, die Ihnen ermöglicht, Ihr Entwicklungspotenzial und die Anregungen der anderen zu nutzen. Besondere Bedeutung hat der Gruppenprozess, daher ist es die Aufgabe der Psychotherapeutin bzw. des Psychotherapeuten, darauf zu achten, dass sich dieser in einer förderlichen Richtung entwickelt. Zusätzlich werden kreative Me-thoden eingesetzt, wie etwa Rollenspiele und Interaktionsübungen.
 



Dynamische Gruppenpsychotherapie ist ein ganzheitliches Verfahren, das ab den 50er Jahren vom Wiener Psychiater Raoul Schindler mit dem Ziel einer effizienten Kombination gruppenbezogener psychotherapeutischer und gruppendynamischer Methoden sowie tiefenpsychologischer und sozialpsychologischer Denkmodelle entwickelt wurde. Die ursprüngliche gruppenpsychotherapeutische Anwendung wurde in der Folge ausdifferenziert und auf das Einzel‐, Paar‐ und Familiensetting ausgeweitet.
Ziel der Methode ist die Bearbeitung, Verbesserung und Behebung der Störungen des Person‐Umweltbezuges über Auflösung der aus der Zugehörigkeit zu Primär‐ und Sekundärgruppen stammenden Beziehungs‐ und Kommunikationsstörungen mit psychischem, leiblichem und sozialem Austragungsmodus. Dabei geht es um die Optimierung von Lebensvorgängen gegenüber Abwehrmechanismen und den als Krankheiten definierten Einschränkungen, wobei Krankheit im Sinne der Theorie T. Parsons als soziale Rolle definiert wird.
Die psychoanalytischen Konzepte von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand, objektbeziehungstheoretische, gruppenanalytische, gruppentherapeutische sowie kommunikationstheoretische und gruppendynamische Vorstellungen zum Verständnis von Erleben, Handeln und Verhalten der Person in ihren Beziehungs‐ und Gruppenverhältnissen dienen zum Erreichen der auf das jeweilige Setting bezogenen therapeutischen Ziele.
Die psychotherapeutische Arbeit erfolgt mit Gruppen, Einzelnen, Paaren und Familien.
Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG),
Fachsektion Gruppendynamik und Dynamische Gruppenpsychotherapie

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Gruppenpsychoanalyse (GP)

Die Gruppenpsychoanalyse oder auch Analytische Gruppenpsychotherapie ist die Anwendung der Psychoanalyse in meist kleinen Gruppen mit etwa acht Teilnehmern. Durch freies Sprechen in der Gruppe (ähnlich dem „freien Assoziieren“ in der Psychoanalyse) lernen Sie die unbewussten Motive Ihrer Einstellungen, Verhaltensweisen und Phantasien in der Begegnung mit anderen Menschen kennen. Dadurch können Sie insbesondere jene Rollen und Funktionen, die Sie in sozialen Situationen immer wieder behindern, als Wiederholungen frühkindlicher Beziehungsmuster erfahren und in der Gruppe bearbeiten.


Gruppenpsychoanalyse ist eine Form der Gruppenpsychotherapie, deren Ziel es ist, unbewusste seelische Prozesse im Rahmen einer therapeutischen Gruppe der bewussten Verarbeitung zugänglich zu machen und damit neue Entscheidungs‐ und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die theoretischen Grundlagen der Gruppenpsychoanalyse beruhen maßgeblich auf der Freud’schen Psychoanalyse sowie sozialwissenschaftlichen Theorien.
Der Einzelnen bzw. dem Einzelnen bietet sich die Möglichkeit, seine Beziehungsmuster in der Gruppe zur Darstellung zu bringen und so seine Konflikte zu reinszenieren. Durch das Wiederherstellen der ursprünglichen, konfliktverursachenden Situationen werden die Konflikte im Hier und Jetzt der Gruppe einer direkten Bearbeitung zugänglich. Die Gruppenleiterin bzw. der Gruppenleiter schlägt seinerseits keine Themen vor, sondern fordert die TeilnehmerInnen auf, ihre Einfälle, Phantasien, Träume und Empfindungen möglichst spontan und freimütig zu äußern.
Die Gruppenleiterin bzw. der Gruppenleiter bemüht sich, auf die Äußerungen der Gruppenmitglieder ohne Werturteile und Affekte zu reagieren, um möglichst wenig als reale Person, sondern als Übertragungsfigur wahr‐genommen zu werden. Ihre bzw. seine wichtigste Aufgabe ist die Arbeit an der Übertragung und am Widerstand. Dabei ist die Analyse seiner Gegenübertragung ein wichtiges Instrument zum Verstehen des Gruppengeschehens und des Einzelnen.
Die analytische Gruppe findet entweder kontinuierlich im Ausmaß von 1–2 Sitzungen pro Woche oder in geblockter Form (mehrere Sitzungen über mehrere Tage) statt. Die Teilnehmerzahl beträgt üblicherweise 7–12. Angewandt wird die Methode der Gruppenpsychoanalyse in der ambulanten und stationären Psychotherapie mit Gruppen und Einzelnen.
Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), Fachsektion Gruppenpsychoanalyse

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Individualpsychologie (IP)

Foto Alfred AdlerDer Individualpsychologie liegt das Verständnis zugrunde, dass subjektives Leid auf das Erleben von Mangel und das individuelle Streben nach Überwindung dieses Mangels zurückzuführen ist. Im Zentrum steht die Auffassung, dass jeder Mensch die Welt in ganz bestimmter, für seinen Lebensstil typischer Weise wahrnimmt.
Ziel der Psychotherapie ist es, dass Sie die unbewusste Bedeutung von Symptomen sowie von aktuellen Erlebnis- und Handlungsweisen erkennen, Neues erproben und dadurch Ihren Lebensstil verändern können. In der Einzeltherapie liegen Sie auf der Couch oder sitzen der individualpsychologischen Analytikerin bzw. dem Analytiker gegenüber.


Die Individualpsychologie ging aus der Auseinandersetzung zwischen Alfred Adler und Sigmund Freud hervor und stellt die zweitälteste psychotherapeutische Schule der Tiefenpsychologie dar. Individualpsychologische PsychotherapeutInnen arbeiten als Tiefen-psychologInnen in der gesamten Bandbreite psychotherapeutischer Settings, wie sie gegenwärtig für psychoanalytisch‐psychotherapeutische Therapieverfahren beschrieben werden.
Die individualpsychologische Analyse von Erwachsenen zielt in höchstem Ausmaß auf das Deuten und Bewusstwerden von Unbewusstem ab und findet im Regelfall hochfrequent im Sessel‐Couch‐Setting über mehrere Jahre hinweg statt. Von großer Bedeutung ist dabei das Verstehen der bewussten und unbewussten psychischen Aktivitäten (einschließlich des Erlebens) im Hier und Jetzt, besonders das Verstehen von Übertragung und Widerstand, Abwehr und Sicherung.
Unter Berücksichtigung der jeweiligen Psychotherapieindikation, der gegebenen institutionellen
Rahmenbedingungen und der akut gegebenen Möglichkeiten wird mit einzelnen Erwachsenen auch in anderen Settings, insbesondere im Sessel‐Sessel‐Setting gearbeitet; wobei die spezifische methodische Ausgestaltung der psychotherapeutischen Arbeit jedenfalls vom je entfalteten tiefenpsychologisch‐analytischen Verständnisrahmen abhängig gemacht wird. Individualpsycho‐logische Psychotherapie wird überdies in der Arbeit mit Paaren und Familien sowie in Gruppen geleistet. Individualpsychologische Psychotherapie wendet sich an PatientInnen mit unterschiedlichen Symptombildungen sowie an PatientInnen aus unterschiedlichen Altersgruppen, insbesondere auch an Kinder und Jugendliche.
Quelle: Österreichischer Verein für Individualpsychologie
 

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Verhaltenstherapie (VT)

In der Verhaltenstherapie sollen Ihre Probleme in der Gegenwart und auf möglichst direktem Weg – problemorientiert und zielgerichtet – gelöst werden. Sie sollen Ihre Autonomie und Ihre Fähigkeit zurückgewinnen, das eigene Leben wirksam zu gestalten. Dabei werden Sie durch die Psychotherapeutin bzw. den Psychotherapeuten in unter-schiedlicher Weise unterstützt: durch Analyse der Problematik, durch wiederholte Anregung zur Selbstreflexion in ausführlichen Gesprächen, durch Vorbereitung auf die direkte Konfrontation mit schwierigen Situationen und durch das gemeinsame Erarbeiten von für Sie passenden Möglichkeiten zur Problem-, Konflikt- und Stressbewältigung.
 



Die Verhaltenstherapie entstand in den 40er Jahren aus lerntheoretischen Konzepten, wonach psychische Probleme gelernt sind und durch systematische Anwendung der Lernprinzipien auch wieder verlernt werden können (Lernen). Unter verschiedenen Neuerungen ist die sog. „kognitive Wende“ der 60er Jahre am bekanntesten. Seither kommen vermehrt kognitive Theorien, Emotionstheorien, Psychophysiologie, Stressmodelle und Selbstregulationskonzepte (Selbstmanagement) zum Tragen. Zu Beginn der 90er Jahre kam es zu einer verstärkten klinischen Integration, verbunden mit der Entwicklung störungs‐spezifischer Methoden und Vorgehensweisen (Störungsorientierung).
Das therapeutische Vorgehen verläuft phasenhaft und setzt auf eine aktive Mitarbeit der Klientin bzw. des Klienten im Sinne von Selbstverantwortung und der Bereitschaft, sich aktiv auf den Veränderungs‐ und Lernprozess einzulassen. Neben spezifischen Zielen geht es zentral auch um eine Stärkung des Selbsthilfepotenzials der Klientin bzw. des Klienten. Die Therapie geht von den konkreten Problemen aus und hat deren Lösung zum Ziel (Problemlösung). Am Beginn steht eine differenzierte Abklärung und Erarbeitung therapeutischer Ziele (Lösungsorientierung). Daran schließt sich die überlegte Auswahl therapeutischer Methoden und deren Anwendung an (z.B. Konfrontation mit angstauslösenden Situationen, Hinterfragen negativer Gedanken und Vorstellungen, Erlernen neuer Verhaltensweisen). Die Therapeutin bzw. der Therapeut geht mit der Klientin bzw. dem Klienten eine kooperative Arbeitsbeziehung ein, in der die einzelnen Therapieschritte gemeinsam geplant werden.
Die Einsatzbereiche sind neben psychischen Störungen im engeren Sinn allgemeine Lebensprobleme, aber auch zwischenmenschliche Probleme und psychische Begleiterscheinungen somatischer Erkrankungen. Verhaltenstherapie wird hauptsächlich im Einzelsetting durchgeführt; es sind aber auch Paar‐, Familien‐ und Gruppentherapien möglich. Häufigkeit und Intensität variieren nach Bedarf. Die Therapien werden häufig in der realen Lebensumgebung der Klientin bzw. des Klienten durchgeführt, insbesondere bei Angststörungen, Familienproblemen und Zwangsstörungen. Die Dauer variiert zwischen 20 und 50 Stunden, bei schweren Problemen sind auch längere Therapien möglich.
Quellen:
Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM)
Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie (ÖGVT)

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Systemische Familientherapie (SF)

Die Systemische Familientherapie versteht die Probleme des Einzelnen in Zusammenhang mit seinen sozialen Beziehungen und seiner aktuellen Lebenssituation. Die Systemische Familientherapie richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Interaktionen in Ihrem sozialen „System“, wie z. B. Ihre Familie oder Ihre Partnerschaft und geht von den dort vorhandenen Fähigkeiten und Stärken aus. Die Therapie ist orientiert an Lösungsmöglichkeiten. Sie erhalten Anregungen, die Beschreibung und Bewertung eines Problems und schließlich auch Ihr Verhalten zu verändern. Die Sitzungen können in kürzeren oder längeren Abständen stattfinden; neben Mitgliedern Ihrer Familie können auch andere Personen eingeladen werden.
 


Systemische Familientherapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren,
welches sich unter anderem aus der Familien‐ und Paartherapie weiter entwickelt hat. "Systemisches Denken" umfasst heterogene Denkansätze aus verschiedenen Disziplinen -  Biologie, Soziologie, (Sozial‐)Psychologie, Biokybernetik und Systemtheorie, Kommunikations‐ und Erkenntnistheorien (Konstruktivismus).
Systemische Familientherapie fokussiert Probleme und deren Lösungen, unterstützt und fördert die eigene Handlungskompetenz zur Problembewältigung. Denn Menschen werden als autonom betrachtet, als „Experten und Expertinnen ihrer selbst“. Eine systemische Therapeutenhaltung ist gekennzeichnet durch Respekt, Unvoreingenommenheit, Interesse und Wertschätzung der Person, ihrer Absichten, Werte und ihrer bisherigen Lebenserfahrungen und durch eine Unerschrockenheit gegenüber Einstellungen, Theorien, Überzeugungen und Traditionen.
Zu den Methoden zählen spezielle Fragetechniken (zirkuläre und konstruktive Fragen), Klärung der Klientenziele, Rituale, Abschlussinterventionen, Beobachtungsaufgaben, Metaphern, Stellen von (Familien‐, Lösungs‐) Skulpturen, Einsatz von Beobachterteams und Teamreflexionen. Tendenziell ist systemische Familientherapie eine Kurzzeittherapie und findet Anwendung in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen im klinischen und Gesundheitsbereich, in Bereichen der Supervision, der Fort‐ und der Weiterbildung und der (Organisations)Beratung.
Quellen:
Lehranstalt für Systemische Familientherapie der Erzdiözese Wien für Berufstätige
Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapien und Systemische
Studien (ÖAS)
Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) -
Fachsektion Systemische Familientherapie

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Psychodrama (PD)

Die Wurzeln seelischer Störungen werden im Psychodrama darin gesehen, dass die einer Situation entsprechenden Handlungsstrategien fehlen oder nicht angemessen eingesetzt werden können. Ziel der Psychodramatherapie ist die Freisetzung Ihres kreativen Potenzials durch die szenische Darstellung von Ihnen wichtigen Lebens- und Problemsituationen. Daher setzen Sie sich über die Darstellung von Szenen aus Ihrer Lebensgeschichte bzw. aus Ihrer aktuellen Lebenssituation mit (alten) Rollen auseinander, um bisherige Sichtweisen zu verändern und neue Lösungen zu finden.
 



Der Begründer des Psychodramas, der Wiener Psychiater Jakob Levy Moreno (1889–1974), sieht den Menschen als soziales, spontanes, kreatives und in Rollen handelndes Wesen an. Der Ansatz geht einher mit der Humanistischen Psychologie und einer existenzialistischen Philosophie der Begegnung. In der Psychodramatherapie liegt der Brennpunkt vor allem auf den zwischen‐menschlichen Beziehungen (Interpersonelle Theorie). Ziel der therapeutischen Bemühungen ist es, erstarrtes Rollenhandeln situationsgerecht flexibel und spontane, kreative Energie verfügbar zu machen. Daraus ergeben sich neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten. Die Mittel dazu sind das darstellende Spiel von Situationen und Rollen. Das heißt, neben dem mündlichen Austausch kommt das Handeln unter Einbeziehung des körperlichen Ausdruckes hinzu. Die Wiederholung von konflikthaften Szenen aktualisiert das Problem, führt zur Einsicht, Bewältigung und Lösung (Katharsis), wobei die Möglichkeiten (Ressourcen) und Grenzen der KlientInnen berücksichtigt sind. Ein typisches Beispiel des Vorgehens ist der Tausch der Rollen mit den Konfliktpartnern, in dem ich mich in sie hineinversetze und gleichzeitig die Wirkung meines Verhaltens im Gegenüber spüren kann.
Psychodrama findet Anwendung in der Einzel‐, Paar‐, Familien‐ und Gruppentherapie und bei allen seelischen Problemen bis hin zur Krisenintervention.
Quellen:
Leopold‐Franzens‐Universität Innsbruck, Institut für Kommunikation im Berufsleben
und Psychotherapie

Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG),
Fachsektion Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel

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Personenzentrierte Psychotherapie (PP)

Die Personenzentrierte Psychotherapie wurde vom amerikanischen Psychologen und
Psychotherapeuten Carl R. Rogers (1902–1987) in Abgrenzung zu direktiven und interpretativen
Vorgangsweisen in Beratung und Psychotherapie entwickelt. Ihr liegt die Überzeugung zugrunde, dass der Mensch über ein ihm innewohnendes Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung und konstruktiven Gestaltung seines Lebens verfügt, welches sich in Begegnung von Person zu Person entfalten kann. Dies ist in der therapeutischen Beziehung unter der Voraussetzung möglich, dass TherapeutInnen in weitgehender Übereinstimmung mit ihrem eigenen Erleben stehen und ihre Wertschätzung für die Klientin bzw. den Klienten nicht an Bedingungen geknüpft ist. KlientInnen erleben fortwährend eine respektvolle und einfühlende Zuwendung zu ihren eigenen Problemen und Gefühlen. In dieser Atmosphäre der Sicherheit können sie angstfrei und offen ihre Probleme besprechen und intensiv ihre Erfahrungen klären. So werden seelische Belastungen, Ängste und Probleme vermindert, Symptome abgebaut; schrittweise entwickelt sich Selbstachtung und ein positives Selbstbild. Durch die Aktivierung der eigenen inneren Ressourcen und Energien wird es möglich, sich in Richtung größerer Reife zu entwickeln, für ihre bzw. seine im Leben auftretenden Probleme angemessene und befriedigende Lösungen zu schaffen sowie ihr bzw. sein Leben aktiv nach den eigenen Bedürfnissen und Werten zu gestalten.
Medium der Therapie ist das Gespräch und andere (körperliche, spielerische, kreative) Ausdrucks‐ und Kommunikationsmöglichkeiten. Sie wird in Form von Einzeltherapie für Erwachsene und Kinder sowie als Paar‐, Familien‐ und Gruppentherapie durchgeführt.
Quellen:
Arbeitsgemeinschaft Personenzentrierte Psychotherapie, Gesprächsführung und Supervision (APG)
Vereinigung Rogerianische Psychotherapie (VRP)

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Klientenzentrierte Psychotherapie (KP)

Der Klientenzentrierten sowie der Personenzentrierten Psychotherapie, auch als Gesprächspsychotherapie bekannt, liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch die Möglichkeit zur konstruktiven persönlichen Entwicklung und zur Selbstverwirklichung in sich trägt. Weil die persönliche Entwicklung in der zwischenmenschlichen Beziehung stattfindet, wird Ihnen eine förderliche Beziehung angeboten. Die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut begegnet Ihnen mit Echtheit, mit unbedingter Wertschätzung und mit einfühlendem Verstehen. Sie können sich dadurch Ihrem Erleben und Ihren Verhaltensweisen selbst wertschätzend zuwenden, diese verstehen, sie in ihr Selbstkonzept integrieren und so innere Freiheit gewinnen.
 



Die Klientenzentrierte Psychotherapie (auch als Gesprächspsychotherapie oder Personenzentrierte Psychotherapie bekannt) wurde von dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (1902–1987) in der 40er Jahren begründet. Einer der wichtigsten Mitarbeiter bei der Entwicklung dieses Ansatzes ist der 1938 aus Wien vertriebene Eugene T. Gendlin.
Diesem Ansatz liegt die Überzeugung zugrunde, dass der Mensch über ein ihm innewohnendes
Entwicklungspotenzial verfügt: eine grundsätzlich konstruktive Aktualisierungstendenz. Dieses Potenzial wird jedoch nur in zwischenmenschlichen Beziehungen wirksam angesprochen, in welchen man bedingungsfreie Wertschätzung und empathisches Verstandenwerden durch (mit sich selbst) kongruente Bezugspersonen erfährt. Wenn eine therapeutische Beziehung wesentlich von diesen Grundeinstellungen getragen ist, kann man sich achtsam begleitet und angstfrei den eigenen inneren und äußeren Zerrissenheiten, Inkongruenzen, Blockaden und Veränderungswünschen zuwenden und die für persönliche Veränderung nötige Tiefung und Klärung des eigenen inneren Erlebens wird möglich. Der Klientenzentrierten Psychotherapie wird von der Forschung "eine sehr überzeugend nachgewiesene Wirksamkeit für ein sehr breites Spektrum von Störungen" bestätigt.
Sie wird sowohl als Einzel‐ wie auch als Gruppentherapie angewandt. Außerdem wurden eigene Formen der Kinder‐ bzw. Spieltherapie und der Paar‐ und Familientherapie sowie der Familienspieltherapie entwickelt. Darüber hinaus sei auf spezifische Formen wie die Prä‐Therapie (Garry Prouty) zur Kontaktgewinnung mit schizophrenen oder geistig behinderten Menschen oder den Einbezug kreativer Medien in der Klientenzentrierten Kunsttherapie (Norbert Groddeck) verwiesen. Über den Bereich der Psychotherapie hinaus wurden u. a. Konzepte der methodischen Achtsamkeit auf inneres Erleben (Focusing), des schülerzentrierten Unterrichts und der humanistischen Pädagogik oder einer personzentrierten Kommunikation (z.B. Familienkonferenz, Gordon) entwickelt.
Quellen: Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche, klientenzentrierte Psychotherapie
und personorientierte Gesprächsführung (ÖGWG)

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Integrative Therapie (IT)

Die Integrative Therapie ist eine moderne Form ganzheitlicher und differentieller Behandlung mit schulenübergreifender Konzeptentwicklung und Berücksichtigung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse. In der Behandlung setzen Sie sich im Gespräch und mittels kreativer Methoden, Techniken und Medien mit Ihren aktuellen Lebensproblemen, Ihren familiären und sozialen Beziehungen und unbewussten Konflikten auseinander. Dabei werden Sie auch lebensbestimmende, belastende, nachteilige oder positive Ereignisse Ihres bisherigen Lebens entdecken und welche Auswirkungen diese auf Ihre Persönlichkeit und ihre Lebensführung haben. Die Integrative Psychotherapeutin bzw. der Integrative Psychotherapeut unterstützt Sie dabei, neue Formen des Denkens, Erlebens und Verhaltens zu entwickeln und so eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Veränderung des Lebensstils zu erlangen, der Ihre Lebensqualität, Ihr Gesundheitsverhalten und Ihre Persönlichkeitsentwicklung fördert.
 



Die Integrative Therapie ist ein seit Beginn der 70er Jahre entwickelter Behandlungsansatz von systematischer Methodenintegration und schulenübergreifender Konzeptentwicklung in der Psychotherapie, der auf der Grundlage klinisch‐empirischer Forschung ständig weiterentwickelt wird. Durch mehrperspektivische Zugangsweisen werden multimethodische Behandlungswege ermöglicht. Im Metamodell eines Tree of Science wird die Wissensstruktur der IT als psycho‐therapeutische Disziplin klar umrissen. Neben verbalem Austausch sind in der Therapie auch Ansätze nonverbaler Kommunikation sowie kreativer Methoden, Techniken und Medien miteinbezogen. Das Ziel ist Heilungs‐ und Entwicklungsprozesse bei psychischen, psychosomatischen und psychosozialen Erkrankungen in Gang zu setzen, Besserungen von seelischen Leidenzuständen zu erwirken die Beseitigung von Krankheitssymptomen zu erreichen und Lebensqualität, Gesundheitsverhalten und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die Neuorganisation des Denkens, Erlebens und Verhaltens des Patienten wird mittels therapeutischen Kontakts, Begegnung und Beziehung unter Bearbeitung aktueller Lebensprobleme, Netzwerksituationen sowie unbewusster Konflikte unter Berücksichtigung neurowissenschaftlicher Kenntnisstände angestrebt. Die therapeutische Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten wird als intersubjektiver Prozess begriffen. Die sich dabei realisierenden Phänomene werden – in der Gegenwart – als bewusste und unbewusste Strebungen und lebensbestimmende, belastende, defiziente oder protektive Ereignisse in der Biografie fokussiert und in ihrer Relevanz für die Persönlichkeitsentwicklung und Lebensführung erfahrbar, so dass eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Veränderung des Lebensstils möglich wird.
Auf dieser Basis ist die Integrative Therapie ein kuratives und palliatives Handeln in ambulanten, stationären, klinischen und rehabilitativen Settings, eine gesundheitsfördernde Arbeit, z.B. für Prävention und den Aufbau eines gesundheits‐aktiven Lebensstils, ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung, z.B. durch Förderung von Bewusstheit, Kompetenzerleben, Selbstwirksamkeit, persönlicher Souveränität im privaten und öffentlichen Bereich und auch eine Möglichkeit der Kulturarbeit durch Förderung gesellschafts‐ und gesundheitspolitischen Bewusstseins sowie Engagement für soziale Gerechtigkeit, Gesundheitskultur und von humanen Lebensbedingungen.
Die Integrative Therapie findet Anwendung in der Einzel‐, Paar‐, Familien‐ und Gruppentherapie sowie in der Supervision.
Quelle: Universität für Weiterbildung Krems ‐ Donau‐Universität Krems - Department für Klinische Medizin und Präventionsmedizin - Zentrum für Psychosoziale Medizin

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Integrative Gestalttherapie (IG)

Aktuelle Probleme werden in der Integrativen Gestalttherapie in ihrem Bezug auf frühere Erfahrungen gesehen, die damals nicht verarbeitet werden konnten und nun als Störung wirksam werden. In der Sitzung stehen Ihr Erleben in der unmittelbaren Gegenwart, im Hier und Jetzt sowie Ihr Kontakt mit anderen Menschen im Vordergrund (siehe auch: Gestalttheoretische Psychotherapie). Die Methode ist erlebniszentriert, das heißt, Sie können belastende Situationen im geschützten Rahmen nochmals erleben, um diese dadurch zu verarbeiten. Die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut unterstützt Sie dabei, sich auszudrücken, im Gespräch, im Rollenspiel oder auch durch kreative Mittel (Zeichnen, Malen).
 



Aufbauend auf ihre tiefenpsychologischen Wurzeln wurde die Integrative Gestalttherapie durch die Integration der gestaltpsychologischen Wahrnehmungstheorie und des Konzeptes der Selbstorganisation des Organismus zu einem phänomenologischhermeneutischen und dialogischen Verfahren weiterentwickelt. Gestalttherapie sieht den Menschen als ein zur Verantwortung fähiges, auf soziale Begegnung und Beziehung ausgerichtetes Wesen, das in einem lebenslangen Wachstums‐ und Integrationsprozess seine Potentiale verwirklichen kann. Ungünstige Entwicklungsbedingungen können die Selbst‐ und Fremdwahrnehmungsfähigkeit sowie Handlungs‐ und Kontaktfähigkeit nachhaltig stören, wodurch die Persönlichkeitsstruktur mangelhaft entwickelt und das gesamte Erleben der Person konflikthaft eingeschränkt werden
kann, was sich z.B. in psychosomatischen Problematiken, psychischen Symptomen oder nicht zufrieden stellenden sozialen Beziehungen äußern kann.
In der gestalttherapeutischen Arbeit achten KlientIn und TherapeutIn auf die im Prozess der gegenwärtigen, therapeutischen Begegnung im Hier und Jetzt auftauchenden gedanklichen, emotionalen und körperlichen Phänomene, die in ihrer Bedeutung erlebbar gemacht und verbessert integriert werden können. Die ganz individuelle Erlebniswelt der Patientin bzw. des Patienten werden immer als dessen kreative Leistung vor dem Hintergrund ihrer/seiner Biographie wertgeschätzt. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Beziehung zwischen TherapeutIn und KlientIn gelegt. Ziele der Therapie sind Kontakt‐ und Beziehungsfähigkeit, vertieftes Sinnerleben sowie eine Steigerung der Lebensfreude und Lebensenergie. Um über das Verstehen hinaus eine ganzheitliche Erfahrung zu ermöglichen können neben dem Gespräch auch erlebnisaktivierende Methoden (kreative Medien, imaginative Techniken, szenischer Ausdruck sowie Körper‐ und Bewegungsarbeit) in den therapeutischen Prozess miteinbezogen werden.
Therapeutische Arbeitsformen: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Arbeit mit Paaren
und Familien. Einzeltherapien können von einigen Stunden bis zu einigen Jahren dauern,
abhängig vom Bedürfnis der KlientInnen und dem Schwergrad des Problems. Meist werden 1 bis maximal 2 Sitzungen pro Woche zu je 50 Minuten vereinbart. Paar‐ oder Familientherapiesitzungen dauern meist 90 Minuten.
Quellen:
Institut für Integrative Gestalttherapie Wien (IGW)
Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), Fachsektion Integrative Gestalttherapie

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Gestalttheoretische Psychotherapie (GTP)

 
Die Gestalttheoretische Psychotherapie ist wie die Integrative Gestalttherapie eine gestalttherapeutische Methode. In der Sitzung geht es um Ihr Erleben in der unmittelbaren Gegenwart, dem Hier und Jetzt (siehe auch: Integrative Gestalttherapie). Die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut achtet nicht nur auf den Inhalt des Gesprächs, sondern auch auf Ihre Stimmlage, Ihr Sprechtempo, Ihre Mimik und Gestik, Ihr Atemmuster und Ihre Körperhaltung. Sie erhalten konkrete Hilfestellungen und Anregungen, um sich Ihrer Gefühle gewahr zu werden und neue Sichtweisen eines Problems und verändertes Handeln auszuprobieren.
 


Die Gestalttheoretische Psychotherapie ist eine spezielle Strömung der Gestalttherapie. Sie ist ein erlebnisorientierter tiefenpsychologischer und systemtheoretischer Ansatz, der sich unmittelbar von der Gestaltpsychologie der Berliner Schule ableitet und auf einem humanistischen Menschenbild gründet. Im Hier und Jetzt der geschützten Therapiesituation werden die Kontaktfähigkeit zu sich und anderen sowie die Einsicht in die eigene Lebenssituation gefördert. Die therapeutische Beziehung ist von Wertschätzung und einer empathischen Haltung getragen. Der Mensch wird grundsätzlich als fähig angesehen, sein Leben sinnvoll zu gestalten und Störungen, sogenannte „Sackgassen“, aus eigener Kraft zu überwinden. Mit zunehmender Fähigkeit, sich als Teil einer Gemeinschaft zu verstehen (z.B. Familie, Arbeitsteam, Gesellschaft) und aus diesem Verständnis heraus situationsgemäß zu handeln, wächst die soziale Kompetenz und die Möglichkeit, mit sich und der Welt besser zurecht zu kommen. Die Selbstverantwortung wird gefördert.
Methodisch eröffnet die Gestalttheoretische Psychotherapie eine Vielfalt psychotherapeutischer
Arbeitsmöglichkeiten: etwa mit Träumen und Phantasien, mit dem unmittelbaren Erleben von Gefühlen und Körperempfindungen, mit Ausdrucksmitteln wie Malen und Modellieren, mit Rollenspielen und Beziehungsklärungen. Durch Identifikation mit weniger vertrauten Aspekten des Lebensraums werden völlig neue Einsichten gewonnen und widersprüchliche Persönlichkeitsanteile durch Methoden, wie die Arbeit mit dem leeren Stuhl z. B., durchgearbeitet. Unbewusste Seiten der Persönlichkeit, verdrängte Wünsche und Bedürfnisse werden bewusst gemacht und in die Gesamtpersönlichkeit reintegriert.
Gestalttheoretische Psychotherapie findet Anwendung in der Einzel‐, Paar‐, Familien- und
Gruppentherapie sowie in der Supervision.
Quelle: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie (ÖAGP)

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Existenzanalyse und Logotherapie (EL)

Der Begriff „Existenz“ bedeutet ein sinnvolles, in Freiheit und Verantwortung gestaltetes Leben, „Logos“ bedeutet Sinn. Die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut erarbeitet mit Ihnen die inneren Voraussetzungen für ein selbstgestaltetes und verantwortetes Leben und begleitet Sie bei der Suche nach Sinn. Ausgangspunkt ist Ihre aktuelle Situation, die durch den lebensgeschichtlichen Hintergrund vertieft wird und auf die Zukunft ausgerichtet ist. Ziel ist, dass Sie erkennen, erfühlen und praktizieren, was für Sie lebenswert ist.
 


Die Existenzanalyse und Logotherapie wurde von Viktor E. Frankl (1905–1997) begründet und wird als „Dritte Wiener Schule“ bezeichnet. Die Existenzanalyse bildet die Grundlage für eine anthropologisch‐ganzheitliche und im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung differenzierte Schau vom Menschen. Dieser wird als ein sinnsuchendes Wesen betrachtet, das selbstverantwortlich sein Leben gestalten will und dessen Menschsein von einer unverlierbaren Würde erfüllt ist. Psychisches Leiden steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den existenziell bedeutsamen Lebensund Sinnfragen des Menschen. Dieses Menschenbild kommt in Form der Logotherapie, einer sinnzentrierten Psychotherapie, konkret zur Anwendung. Die Ziele einer
psychotherapeutischen Behandlung sind die Wiedererlangung eines sinn‐ und wertvoll
empfundenen Lebens, die Stärkung der Liebes‐ und Arbeitsfähigkeit sowie ein sinnvoller Umgang mit Leiderfahrungen. Damit wird der Wille des Menschen zum Sinn aktiviert und jene gesunden Anteile der menschlichen Persönlichkeit und seines Umfeldes unterstützt, die zur Heilung und Linderung von Krankheitssymptomen sowie zur Sinnorientierung und Neuorganisation des Erlebens und Verhaltens wesentlich beitragen.
Mittels der Techniken der paradoxen Intention, der Dereflexion und der Einstellungsmodulation nach Elisabeth Lukas sollen die intuitiven, sozialen, kognitiven und kreativ‐geistigen Fähigkeiten des Menschen beim Erkennen und Umsetzen sinnvoller Lösungen in den jeweiligen konkreten Lebenssituationen gestärkt und weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt der Klient‐Therapeut‐Beziehung stehen die personale Begegnung und eine klientengerechte Ethik.
Die Existenzanalyse und Logotherapie kann in Form der Kurzzeit‐ oder Langzeittherapie eingesetzt werden. Sie ist sowohl für Einzel‐, Paar‐, Gruppen‐ und Familientherapie geeignet. Dauer und Setting richten sich nach der jeweiligen Fragestellung und Indikation und können einmal bis zweimal wöchentlich vereinbart werden.
Quelle: Ausbildungsinstitut für Logotherapie und Existenzanalyse (ABILE)

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Existenzanalyse (E)

Das grundlegende Ziel der Existenzanalyse ist ein Leben mit innerer Zustimmung (mit innerem „Ja“) zum eigenen Handeln. Die Psychothe-rapeutin bzw. der Psychotherapeut arbeitet mit Ihnen an Unklarheiten, Unentschiedenheiten und Verfremdungen Ihres Lebens und unterstützt Sie dabei, Ihre eigene Gefühlswelt besser zu verstehen sowie die eigenen Kräfte und Fähigkeiten zu wecken, die Ihnen zu einer Linderung bei Belastungen und Problemen bzw. zu einer Heilung verhelfen. Es geht dabei um die Kernfragen „Kann ich sein, da wo ich bin?“, „Mag ich leben?“, „Darf ich so sein, wie ich bin?“ und „Wofür soll ich leben?“. Weiters werden mit der Logotherapie, einem Spezialgebiet der Existenzanalyse, Sinnprobleme, die z. B. bei Lebenskrisen, Verlusten und neuen Lebensabschnitten auftreten, behandelt.


Existenzanalyse ist ein Verfahren zur Behandlung seelischer Belastungen und Störungen, das vom Wiener Psychiater Viktor Frankl in den 30er Jahren begründet und von Alfried Längle seit Beginn der 80er Jahre in Wien erweitert wurde. Als Ziel existenzanalytischer Behandlung wird ein Leben mit innerer Zustimmung (mit innerem „Ja“) zum eigenen Handeln angesehen. Diese Orientierung zielt in erster Linie auf persönliche Erfüllung im Leben ab. Die Arbeit setzt an Unklarheiten, Unentschiedenheiten und Verfremdungen sowie am Verstehen der eigenen Gefühlswelt an. Die Linderung von Belastungen und Problemen oder Heilung von Krankheiten wird durch die Mobilisierung der Kräfte und Fähigkeiten der Person angestrebt.
Die Existenzanalyse arbeitet stets mit dem eigenen Erleben, mit dem die persönliche Erfüllung im Leben aufgespürt wird. In der Existenzanalyse wird Existenz als ein in Freiheit und Verantwortung gestaltetes Leben verstanden, in welchem neben der Vergangenheit vor allem die Gegenwart und die Zukunft eine Rolle spielen. Dabei wird den „Bausteinen der Existenz“ nachgegangen, die sich in einfachen Worten mit den Fragen beschreiben lassen: „Kann ich sein, da, wo ich bin? – Mag ich leben? – Darf ich so sein, wie ich bin? – Wofür soll ich leben?“
Mit der Logotherapie, einem Spezialgebiet der Existenzanalyse, werden Sinnprobleme (bei Krisen, Verlusten, Lebensabschnitten) behandelt. Die Bearbeitung von Sinnproblemen benötigt im Allgemeinen 10–15 Stunden, für existenzanalytische Psychotherapie ist mit mindestens 20–30 Gesprächen zu rechnen. Die Gespräche finden meist in Einzelsitzungen (im Sitzen) statt, meistens ein Gespräch wöchentlich.
Quelle: Gesellschaft für Existenzanalyse (GLE)

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Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)

In der Konzentrativen Bewegungstherapie wird der Körper als Ort des gesamten seelischen Geschehens verstanden. Über die genaue Wahrnehmung Ihres Körpers in Ruhe und Bewegung und über die Wahrnehmung von Äußerem (Gegenstände, Boden, Raum) machen Sie Erfahrungen im Hier und Jetzt und bekommen so Zugang zu Ihrer Innenwelt. Das, was Sie mit und in Ihrem Körper wahrnehmen und ausdrücken, wird als symbolisierte Erfahrung (Lebensgeschichte) verstanden. Auf diese Weise erkennen Sie sowohl Mängel und Schwächen als auch Stärken und alles, was Ihnen in Ihrem Leben hilfreich zur Verfügung steht (Ressourcen). Mit Unterstützung der Psychotherapeutin bzw. des Psychotherapeuten können Sie neue Möglichkeiten, mit sich und der Umwelt umzugehen, entwickeln und erproben sowie neue Erfahrungen verkörpern. Die Grundlage der Therapie sind Erleben und Handeln und außerdem das Sprechen, damit Ihnen das Erlebte deutlich bewusst wird, Sie es mitteilen und für sich nützen können.


Ausgehend von der Theorie, dass sich Wahrnehmung zusammensetzt aus Sinnesempfindung
und Erfahrung, geht die Konzentrative Bewegungstherapie den Weg der bewussten Körperwahrnehmung im „Hier und Jetzt“ – vor dem Hintergrund der individuellen Lebens‐ und Lerngeschichte. Gesunde Anteile und Störungen werden erlebbar, in ihrer Bedeutung verstehbar und damit der psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich. Die therapeutische Arbeit entsteht im Zusammenwirken von Handeln zur körperlichen Wahrnehmung, Interaktion und Gespräch, in dem das Erlebte ausgesprochen, seine Bedeutung reflektiert und durch Assoziationen vertieft wird. Durch den konzentrativen Umgang mit frühen Erfahrungsebenen (einfühlend und handelnd) werden Erinnerungen belebt, die im körperlichen Ausdruck als Haltung, Bewegung und Verhalten erscheinen und bis in die präverbale Zeit zurückreichen können. Im Umgang mit Objekten (Materialien und Personen) wird, neben den realen Erfahrungen, ein symbolisierter Bedeutungsgehalt erlebbar. Die differenzierte Wahrnehmung ermöglicht ein Vergleichen eigener Einstellungen und eigenen Verhaltens zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Situationen. Die aktualisierten Inhalte werden so konkret erfahrbar, die Problematik wird „begreifbar“ und im Beziehungsraum PatientIn und PsychotherapeutIn bearbeitbar. Der Ort des psychischen Geschehens ist der Körper.
Die KBT verfügt über eine lange Tradition als Gruppenverfahren, wird aber heute vor
allem als Einzeltherapie angeboten. Viele TherapeutInnen arbeiten auch mit Paaren.
Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie (ÖAKBT)

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Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP)

Die Katathym Imaginative Psychotherapie arbeitet mit vorgegebenen Vorstellungsmotiven und schließt an die Fähigkeit des Menschen an, Gefühle spontan bildhaft darzustellen. Während der Sitzung werden Sie – entspannt sitzend oder liegend – angeleitet, zu einem bestimmten Motiv (z. B. Blume, Wiese, Bach) innere Bilder aufsteigen zu lassen. Dabei entstehen Szenen, werden Gefühle und vielleicht Erinnerungen ausgelöst. Im Anschluss bearbeiten Sie gemeinsam mit der Psychotherapeutin bzw. dem Psychotherapeuten die Inhalte und Symbole, sodass das vom Unbewussten Mitgeteilte in das Bewusstsein integriert werden kann. Dazu dienen das Gespräch, aber auch Zeichnen, Malen und Schreiben.


Die Katathym Imaginative Psychotherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das dem Menschenbild einer bio‐psycho‐sozialen Ganzheit verpflichtet ist und auf einer tiefenpsychologischen Konzeption beruht. Methodischer Schwerpunkt der Arbeit mit der KIP ist folglich ihre Ausrichtung auf die unbewussten Prozesse des Seelenlebens.
Einerseits wird in der KIP die Bedeutung einer hilfreichen therapeutischen Beziehung betont (Übertragungs‐Gegenübertragungs‐Beziehung), anderseits erweitert die KIP methodisch das psychoanalytische Repertoire, auf dem sie prinzipiell basiert, um das spezifische Element der Imagination. Mit Hilfe der Imagination (Innere Bilder, Symbolsprache des Unbewussten) können seelische Kraftquellen (Ressourcen) aktiviert und neue Konfliktlösungen gefunden werden. Obwohl die KIP wie jedes psychodynamische Verfahren der Psychotherapie davon ausgeht, dass vergangene Erfahrungen (kindliche Konflikte, Mangelerfahrungen und Traumen) die Gegenwart und damit die aktuelle seelische Befindlichkeit entscheidend beeinflussen, steht in der KIP eine
emotionale Neuerfahrung im Mittelpunkt der behandlungstechnischen Konzeption. Indem Kreativität, Phantasie und Symbolisierung gefördert werden, können auf der Ebene der Imagination Affekte durchlebt und bewältigt werden. So werden probehandelnd neue Wege aus Angst, Depression und psychosomatischer Krankheit gefunden.
Realistische Ziele, die im Rahmen von Kurztherapien (ca. 30 Stunden) oder von strukturverändernden Langzeittherapien von ein‐ bis mehrjähriger Dauer erreicht werden können, sind somit die Durcharbeitung von Konflikten, die Verbesserung des Selbstwertgefühls und die Integration von Erlebnisbereichen, die dem rationalen und gefühlsmäßigen Seelenleben bisher nicht zugänglich waren.
KIP wird als Einzeltherapie, Paar‐ und Gruppentherapie angewandt. Sie findet in der
Regel mit einer Frequenz von einer Sitzung pro Woche statt. KIP ist bereits im Kindesalter
und dann bis ins hohe Alter als eine Therapiemethode einsetzbar, die der verbalen
Sprache des bewussten Erlebens die Symbolsprache des Unbewussten (Innere
Bilder, Imagination) zur Seite stellt.
Quelle: Österreichische Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psycho‐
therapie (ÖGATAP), Katathym Imaginative Psychotherapie

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Transaktionsanalytische Psychotherapie (TA)

Die Transaktionsanalytische Psychotherapie hat als Ausgangspunkt die Annahme von drei verschiedenen Ich-Zuständen: Kindheits-Ich, Eltern-Ich und Erwachsenen-Ich. Von Interesse in der Psychotherapie ist, auf welcher dieser Ebenen Sie sich in bestimmten Situationen bewegen und kommunizieren, vor allem aber die Aufarbeitung der „Skripts“, das sind unbewusste Lebens-Drehbücher. Im Mittelpunkt steht daher die Analyse Ihrer Lebensgestaltung anhand der Skripts. Dabei werden Ihr Denken (kognitive Analyse), Ihr Erleben (emotionale Analyse) und Ihr Verhalten in sozialen Zusammenhängen (Analyse von sozialen Systemen) als Einheit betrachtet.
 


Die Transaktionsanalyse wurde von Eric Berne (1910–1970) in den frühen 60er Jahren entwickelt, ursprünglich als eine Erweiterung der psychoanalytischen Theorien. Der phänomenologische und deskriptive Ansatz im Theoriengebäude der Transaktionsanalyse,
mit dem Basiskonzept der Ich‐Zustände (Eltern‐Ich, Erwachsenen‐Ich, Kind‐Ich), geht davon aus, dass die sichtbaren und beobachtbaren Interaktionsmuster im Kommunikationsprozess Rückschlüsse auf die Funktion von Ich‐Zuständen und die ihnen zugrunde liegenden Strukturen erlauben. Die Kommunikationsmuster im menschlichen Interaktionsprozess vermitteln einen direkten Zugang zum intrapsychischen Geschehen.
Die wissenschaftlichen Methoden, die verschiedenen zusammenhängenden Bereiche zu untersuchen, sind: die Analyse, auf welcher Ebene ein Mensch in bestimmten Situationen agiert (Strukturanalyse), eine Analyse der Kommunika‐tionsprozesse (Transaktionen), eine Analyse des „Lebensdrehbuches“ (Skriptanalyse), welches als unbewusster Lebensplan in der frühen Kindheit beschlossen wurde. Der Begriff „Spiel“ wurde für ein pathologisches Sozial‐verhalten eingeführt (Spielanalyse). Es steht eine Fülle von zum Teil erlebnis‐aktivierenden Techniken (z.B. Rollenspiele) zur Verfügung, die auf der Basis von einfühlendem Verstehen prozessorientiert zur Anwendung gelangen. Besonderes Gewicht wird auf Übertragungs‐ und Gegenübertragungsanalyse bzw. eine eingehende Skriptanalyse gelegt.
Transaktionsanalyse ist für Einzel‐, Paar‐, Gruppen‐ und Familientherapie geeignet. In der Einzeltherapie kann das Setting unterschiedlich festgelegt werden: von einmal wöchentlich bis 2‐ bis 3‐mal wöchentlich.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Transaktionsanalyse (ARGE TA)

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Hypnosepsychotherapie (HY)

Der hypnotische Zustand ist ein besonderer Zustand erhöhter Aufnahmebereitschaft und eher herabgesetzter Aufmerksamkeit und Konzentration. Zu Beginn einer Hypnosesitzung klären Sie gemeinsam mit Ihrer Psychotherapeutin bzw. Ihrem Psychotherapeuten die therapeuti-sche Zielsetzung, dann wird die Hypnose eingeleitet. Die Hypnose erleben Sie quasi in zwei Teilen: Ein Teil erlebt das Suggerierte, als ob das die einzige Realität wäre und der andere Teil beobachtet kritisch, was die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut und Sie selbst tun. In einem anschließenden Gespräch bearbeiten Sie Ihre Erfahrungen während der Hypnose.


Hypnosepsychotherapie ist ein tiefenpsychologisches Psychotherapieverfahren, in dem die Trancefähigkeit des Menschen zu Heilungszwecken genutzt wird. Gemäß neueren Erkenntnissen – u.a. des Hypnosepsychotherapeuten Milton Erickson – wird das Unbewusste nicht nur als konflikthafter Bereich angesehen, sondern auch als Quelle von Ressourcen und Fähigkeiten, die in der Therapie erschlossen werden können.
Auf der Basis einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung leitet die Hypnosepsychotherapeutin bzw. der Hypnosepsychotherapeut, in verantwortungsvoller Anwendung von Suggestionen geschult, die Klientin bzw. den Klienten zu Erfahrung von hypnotischen Trancezuständen an, die eine positive Wirkung auf Körper und Psyche entfalten.
In der Hypnosepsychotherapie kann man bislang unbewusste Konflikte, Kindheitsereignisse
und Traumen aufspüren und bewältigen, man kann aber auch direkt an aktuellen Problemen ansetzen und Lösungen erarbeiten. Hypnotische Trance in verschiedenen Tiefengraden eröffnet vielfältige therapeutische Möglichkeiten. Die Klientin bzw. der Klient kann beispielsweise mit unbewussten Persönlichkeitsteilen in Dialog treten; sie bzw. er kann innere Ruhe und Kraft sammeln und diese für bestimmte Situationen verfügbar machen; sie bzw. er kann in Hypnose zu einem Problem oder einer Frage träumen und diesen Traum mit der Therapeutin bzw. dem Therapeuten analysieren; sie bzw. er kann in Trance Vorstellungen über die Zukunft entwerfen und daraus Perspektiven für die Gegenwart ableiten; sie bzw. er kann aus therapeutischen
Geschichten Lösungswege entwickeln; sie bzw. er kann Selbsthypnose erlernen
u.a.m.
Hypnosepsychotherapie wird im Einzelsetting als Langzeittherapie oder als lösungsorientierte
Kurztherapie eingesetzt, bei einer Frequenz von durchschnittlich einer
Sitzung pro Woche. Hypnosepsychotherapie ist für alle Altersstufen anwendbar,
ebenso für Paare und Gruppen.
Quelle: Österreichische Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie (ÖGATAP), Hypnosepsychotherapie

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